Allgemeine Geruchsbeseitigung

 

Wer kennt es nicht?

Nach einigen Jahren wandelt sich der Neuwagenduft zu einem unangenehmen Geruch um. Die Liebe zum Fahrzeug verblasst und man möchte es am liebsten loswerden. Damit das nicht passiert, stehen im Folgenden einige Tipps und Tricks, wie man seinen Innenraum schnell und einfach wieder aufbereitet und den Fahrcomfort wiederherstellt.

Düfte allein helfen nicht!

Versucht man den Gestank mit Düften zu beseitigen, ist das Problem immer noch nicht gelöst. Im besten Fall kaschiert der Duft den Gestank für wenige Tage. Im schlimmsten Fall vermischt sich der Duftstoff mit dem Gestank und es entsteht eine unangenehm auffallende Duftverwirrung…

Wenige Schritte zum Erfolg

Es braucht nicht viele Tools, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Schon mit einfachen Mitteln bekommt man sein Auto wieder flott. Die nachfolgenden Schritte dauern ca. 2-3 Stunden, je nachdem, wie schnell man arbeitet und wie groß das Fahrzeug ist.

Folgende Schritte sollte man durchführen, um die Fahrgastzelle wieder aufzufrischen: (ungefähre Dauer bei einer Mittelklasselimousine mit standart Polsterausstattung)

  1. Saugen (ca. 30min)
  2. Fenster reinigen (ca. 15min)
  3. Armaturen reinigen (ca. 30 min)
  4. Polster reinigen (ca. 60-90min)
  5. (optional) Enzyme, Ozongerät & co. (weniger als 5min)
  6. (optional und empfohlen) neuer Duft (weniger als 2min)

Natürlich geht es zu zweit schneller. Also am Besten holt euch eure/n Partner/in, Freund/in, etc. dazu.

Die Dauer sind ungefähre Angaben bei der Reinigung einer Mittelklasselimousine. Je nach Ausstattung, Fahrzeuggröße und Anzahl der hilfsbereiten Personen, kann die Dauer Variieren.

1. Saugen

Benötigte Sachen:

  • Staubsauger (optional mit verschiedenen Aufsätzen)
  • ggf. Bürste mit mittelharten Borsten

 

Den größten Effekt in Punkto Sauberkeit erzielt man mit dem Saugen des Innenraums. Alle losen Krümel und grober Schmutz sind danach weg. Bevor du aber den Stabsauger bedienst, sammle zunächst alle losen Gegenstände aus der Mittelkonsole und Kofferraum auf. Entferne Müll aus den Aschenbechern und nimm die Fußmatten aus dem Fahrzeug.

Falls es nicht allzu aufwändig ist, empfiehlt es sich die Sitze auszubauen. Dies erleichtert auch die Arbeit in den nachfolgenden Schritten.

Erst jetzt wird Staubsauger verwendet. Fange am besten mit den Sitzen an und gehe dabei gründlich zwischen den Spalten durch. Es empfiehlt sich dabei einen flachen Aufsatz zu verwenden. Anschließend sauge den Aschenbecher und andere Fächer aus der Mittelkonsole aus. Hierbei empfiehlt sich ein flacher Schonaufsatz für den Sauger. Als nächstes der Fußraum. Achte dabei auch unter den Sitzen zu saugen. Falls der Schmutz im Stoff festhängt, kann man mit einer mittelharten Bürste den Schmutz aus dem Stoff lockern und dann absaugen. Das Gleiche empfiehlt sich bei den Fußmatten. Zum Schluss noch den Kofferraum aussaugen und man ist fertig.

Hier erzielt man mit einer zweiten Person eine große Zeitersparnis!

2. Fenster reinigen

Benötigte Sachen:

  • Glasreiniger
  • Mikrofasertücher

Das ist wohl die unbeliebteste Aufgabe beim reinigen. Doch auch auf der Scheibe entstehen Geruchsquellen (vor allem bei Raucherfahrzeugen) die beseitigt werden müssen. Es gibt aber eine einfache Methode, wie man mit wenig Aufwand die Scheiben schlierenfrei bekommt.

Die 2 Tuch Methode

Man nehme einen Glasreiniger und zwei fusselfreie Mikrofasertücher. Der Glasreiniger wird auf die Scheibe gesprüht (nicht zu wenig und nicht zu viel) und anschließend mit dem ersten Mikrofasertuch abgetragen. Im Anschluss wird das zweite Mikrofasertuch hergenommen. Mit diesem wischt man die Scheibe nochmal nach, um sie 100% schlierenfrei zu bekommen. Danach noch die Reste von den Armaturen abwischen und man ist fertig.

Dies wird an allen Scheiben widerholt, wo regelmäßig Fahrgäste sitzen (also vor allem bei der Fahrerseite). Bei Raucherfahrzeugen empfiehlt es sich wirklich alle Scheiben gründlich zu reinigen.

3. Armaturen reinigen

Das wird benötigt:

  • Cockpit Reiniger / Kunststoff Reiniger
  • Allzweckreiniger
  • Mikrofasertücher
  • (optional) Dampfreiniger
  • (optional) Kunststoff/Cockpit-Pfleger

Auch in den Armaturen und Zierteilen sitzen Geruchsquellen. Die Reinigung ist im Gegensatz zur Fensterreinigung sehr angenehm.

Zu beginn sprüht man den Cockpit-Reiniger oder besser noch Kunststoffreiniger punktuell auf ein Mikrofasertuch und wischt damit über die Armaturen und Zierleisten. An stark verdreckten Stellen, wie z.B. Lenkrad, Einstiegsleisten,…, empfiehlt es sich vorher mit Allzweckreiniger vorzureinigen. Reinige dabei alle Kunststoffteile, wie Armaturenbrett, Mittelkonsole, Türverkleidungen, Einstiegsleisten, Zierteile an den Sitzen, Pedale, etc.

Am empfehlenswertesten ist im Anschluss eine Versiegelung aufzutragen, damit ein Langzeitschutz erzielt wird. Häufig sind Reiniger und Pfleger ein Produkt.

Mit dem Dampfreiniger kannst du hartnäckigen Schmutz entfernen. Sehr zu empfehlen an den Pedalen und Einstiegsleisten.

Achtung bei Kunststoffreinigern und Allzweckreinigern! Manche Reiniger führen bei einigen Plastikoberflächen zur Ausdünstung der Weichmacher. Es Entsteht dabei eine ekelig klebrige Oberfläche. Dieses Phänomen tritt häufig bei Soft-Touch-Beschichtungen auf, wenn der pH-Wert des Reinigers zu sauer ist.

4. Polster reinigen

Das wird benötigt:

  • Polsterreiniger
  • ggf. Sprühflasche, falls der Reiniger als Konzentrat erhältlich ist
  • ggf. Lederreiniger (je nach Ausstattung des Autos)
  • Mikrofasertücher
  • weiche-mittelharte Bürste (je nach Material)
  • (optional) Drucksprühflasche
  • (optional) Imprägnierung
  • (optional) Dampfreiniger
  • (optional) Waschsauger

 

Die größten Geruchsquellen sitzen in den Polstern und Teppichen. Gehe dabei am gründlichsten vor und nimm dier alle Zeit die du brauchst.

Zuerst empfiehlt es sich beim Dachhimmel anzufangen. Diesen vergessen Viele beim reinigen, doch vor allem bei Raucherfahrzeugen zieht dieser den Geruch magisch an. Der Dachhimmel wird großflächig und gleichmäßig mit Polsterreiniger eingesprüht. Lass dabei keine Stelle aus, denn es entstehen sonst unschöne Flecken (Reinigungsflecken: Eine Stelle wirkt heller als alle anderen). Anschließend wird der Himmel mit einer Bürste gereinigt. Nach einer Einwirkzeit (Produktabhängig) wird mit einem sauberen (ggf. feuchten) Mikrofasertuch der Reiniger abgetragen. Diese Prozedur wiederholt man im Fußraum, bei den Sitzen, Kofferraum, ggf. Türverkleidungen, etc.

Reiniger auftragen, mit der Bürste einarbeiten, einwirken lassen und dann mit dem Mikrofasertuch abwischen. Es empfiehlt sich dabei von Bereich zu Bereich bzw. von Naht zu Naht zu gehen, um “Reinigungsflecken” zu vermeiden.

Waschsauger – Mit dem Waschsauger sparst du dir das Auftragen und reinigen mit der Bürste. Das Gerät schießt das Reinigungsmittel in die Polster und saugt sie im Anschluss wieder auf. Das Mittel muss nur einwirken und abgetragen werden. Nachteilig ist jedoch der hohe Reinigungsmittelverbrauch und der Anschaffungspreis.

Falls du eine Lederausstattung hast, verwendest du anstelle des Polsterreinigers einen Lederreiniger.

Bei einfachen Stoffsitzen verwendet man eine mittelharte Bürste. Bei Velours, Alcantara, etc. am Besten eine weiche Bürste.

Die Drucksprühflasche erleichtert das Auftragen des Reinigers und ist optional (aber empfehlenswert, um keinen Krampf in den Fingern zu bekommen).

Falls die Sitze schnell dreckig werden, empfiehlt es sich die Polster zu Imprägnieren.

Dampfreiniger – Beim Dampfreiniger werden die Bakterien im Polster mit heißen Wasserdampf abgetötet.

Jetzt, wo alles fertig ist, lässt du das Fahrzeug stehen (am besten in der Sonne), um die Feuchtigkeit aus dem Fahrzeug zu kriegen. Öffne dabei das Fenster einen kleinen Spalt, damit die Feuchtigkeit aus dem Fahrzeug gelangen kann.

Nun hast du es hinter dir!

Die läsigen Gerüche gehören nun der Vergangenheit an. Zusätzlich ist auch noch der Innenraum sauber und man fühlt sich gleich viel wohler in den eigenen vier Rädern. Es dauert noch einige Tage, bis der Geruch der Reinigungsmittel ausgelüftet ist.

Wenn die Reinigung nichts gebracht hat, muss die Quelle des Geruchs ausfindig gemacht werden und gründlich gereinigt werden. Bei speziellen Problemen siehe im Ratgeber nach.

Wenn der Geruch nicht 100% verschwunden ist, aber noch bemerkbar ist, lies den nachfolgenden Punkt durch.

5. (optional) Enzyme, Ozongerät & co.

Hat man vorherige Schritte sorgfältig durchgeführt, sollten alle lästigen Gerüche verschwunden sein. Für hartnäckige Fälle gibt es aber noch zusätzliche Mittel, die zur Geruchsbeseitigung beitragen.

Enzyme: Schlechte Gerüche werden meistens von Bakterien verursacht. Enzyme töten diese Bakterien ab. Sie werden einfach auf die betroffenen Stellen aufgesprüht.

Ozongeräte: sind sehr effektiv, um jeglichen Geruch zu entfernen. Die Anschaffung ist etwas kostenintensiv, doch es loht sich. Jegliche Gerüche werden effektiv entfernt. Die Anwendung ist einfach: Das Ozongerät wird im Innenraum Platziert und für mehrere Stunden betrieben. Zusätzlich kann das Gebläse des Fahrzeugs auf Umluft angeschaltet werden, damit das Ozon in die Lüftungskanäle und Klimaanlage gelangt (Der Motor sollte dabei laufen, um die Batterie nicht zu verbrauchen). Die Benutzung eines Ozongerätes ist aber nicht ungefährlich. Ozon ist giftig für Lebewesen. Deswegen sollte sich kein Lebewesen bei Benutzung im Fahrzeug befinden. Im nachhinein sollte das Fahrzeug mindestens eine Stunde mit offenen Türen durchlüften.

Klimabomben/Duftbomben können zusätzlich angewendet werden, um die Klimaanlage und die Lüftungskanäle aufzufrischen. Falls die Klimaanlage bei Gebrauch müffelt, gibt es einige Möglichkeiten diese zu reinigen (Hier mehr lesen).

Desinfektionsmittel aus dem Drogeriemarkt. Sie sind die preiswertere Methode zu den Enzymen, sind aber mit Vorsicht zu genießen. Manche Desinfektionsmittel sind aggresiv und zerstören ggf. Kunststoffteile (vor allem Soft-Touch-Lacke)!

6. (optional) neuen Duft auftragen

Das ist wahrscheinlich das Beste nach der Reinigung. Hier hast du die Qual der Wahl. Wieder den Neuwagenduft aufleben lassen? Oder mal fruchtig mit Apfel? Vielleicht auch die Beige Ausstattung mit sanftem Vanilleduft betonen? Hierbei werden keine Grenzen gesetzt, wie auch bei der Wahl der Duftträger. Klassischer Duftbaum? Elegante Duftspender für die Lüftungsschlitze? Langanhaltende Duftdosen? Oder doch abwechslungsreiche Sprühdüfte? Alles ist möglich.

Falls der Innenraum noch zu sehr nach Reinigungsmitteln riecht, warte noch lieber mit dem Duft bis die Mittel ausgelüftet sind.

 

 

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